Der Tagliamento ist ein Fluss in
Norditalien, der als einer der letzten weitgehend unregulierten
Alpenflüsse Europas gilt. Er entspringt in den Karnischen Alpen
nahe der...
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eigentlich keine Zeit, um auch noch Langlaufen zu gehen. Langlaufen
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Der Tagliamento ist ein Fluss in
Norditalien, der als einer der letzten weitgehend unregulierten
Alpenflüsse Europas gilt. Er entspringt in den Karnischen Alpen
nahe der Grenze zu Österreich und fließt rund 170 Kilometer in
südlicher Richtung durch die Region Friaul-Julisch Venetien,
bevor er bei Lignano Sabbiadoro in die Adria mündet. Besonders
bekannt ist der Fluss für sein weit verzweigtes, naturnahes
Flussbett mit zahlreichen Seitenarmen und Schotterbänken, das
ein einzigartiges Ökosystem darstellt. Der Tagliamento ist daher
von großer ökologischer und geomorphologischer Bedeutung.
Der Tagliamento stand bei uns schon längere Zeit auf
der ToDo List, aber dass es unser erster Fluss sein wird auf dem wir
eine Mehrtagestour mit unseren Kindern machen werden war eher ein
glücklicher Zufall. Geplant war eine mehrtägige Tour auf dem Ticino
Inferiore. Dieser hatte allerdings zu viel Wasser und die
Wettervorhersage war auch nicht gerade berauschend.
Glücklicherweise war die Packliste in etwa
identisch, denn diese erforderte den grössten Aufwand. Wir waren
dann auch recht überrascht wie viel Gepäck erforderlich ist um 4
Tage mit Kindern autark auf einem Fluss zu leben. Unser Plan war es,
dass die Kinder selber in ihren Kajaks paddeln konnten. Ein
Erwachsener musste deshalb das ganze Gepäck in einem
Schlauchcanadier (Grabner Adventure) mitführen und einer musste als
Safty-Kajaker auf die Kinder schauen.
Der Plan ging gut auf, allerdings war ich gerade am
Anfang recht überrascht wie schwer es war alleine den fast 100 kg
schweren Canadier (Canadier + Gepäck) zu manövrieren.
Wildwassertechnisch ist der Tagliamento sehr einfach, aber es ist
recht schwierig den richtigen Weg zu finden. Das Flussbett ist
teilweise bis zu 1 km breit und verzweigt sich in mehrere Flussarme.
Die Haupströmung in einer Kurve kann immer wieder gefährliche Bäume
enthalten und die Seitenarme haben zum Teil zu wenig Wasser, um mit
dem schweren Boot durch zu kommen. Nach den ersten Kilometern
entwickelt man aber doch das rechte Gespühr für den Fluss und die
Fahrt wird zunehmend entspannter.
Unsere Kanutour haben wir in Dignano bei einem
Festivalgelände, das zu dieser Jahreszeit noch nicht in Verwendung
war, gestartet. Für uns war dies ein idealer Ort, um alles bereit zu
machen. Von da aus wollten wir in 3 – 4 Tagen bis nach Lattisana
paddeln. Damit die Kinder nicht die Lust am Kajakfahren verlieren,
haben wir kurze Etappen von ca. 2 Stunden geplant. Die Gesamtstrecke
war etwa 40 Kilometer. Wir mussten also ca. 10 – 15 km am Tag zurück
legen und hatten dann noch genügend Reserven. Am ersten Tag schafften
wir dann auch ohne Probleme 15 km und fanden einen gute Stelle zum
Übernachten zwischen einer Strassen und Eisenbahnbrücke. Es gibt
sicherlich schönere Plätze auf dem Taglimento aber für die Kinder war
es gerade genug mit paddeln. Wir waren auch recht froh, dass wir die
erste Etappe hier beendet haben denn ab der Eisenbahnbrücke nimmt die
Schwierigkeit für ca. 5 km etwas zu.
Der Aufbau des Camp war bei gutem Wetter relativ
einfach. Wir hatten zwei kleine Zelte mit Mätteli und Schlafsack für
jeden. Zum Kochen hatten wir einen Gaskocher dabei den wir aber gar
nicht brauchten. Es war sehr einfach Holz für ein Feuer zu finden und
darauf zu kochen. Während wir das Camp aufbauten und kochten, spielten
die Kinder am Fluss. Sie waren immer gut beschäftigt und es war alles
sehr entspannt.
Der Beginn der zweiten Etappe war dann etwas
anspruchsvoller und wir mussten einigen Bäumen ausweichen. Der Fluss
wechselt seinen Verlauf auch häufig von rechts auf links und
umgekehrt. Gefühlt war es eine ZickZack-Fahrt die mit der Zeit aber
immer geradliniger wurde. Nach etwa 2 Stunden auf dem Fluss hielten
wir dann wieder Ausschau nach einem geeigneten Übernachtungsplatz.
Schöne Plätze zu finden ist auf dem Tagliamento keine schwierige
Aufgabe. Man sollte sich aber nie verleiten lassen auf einer Insel zu
campieren, denn der Pegel kann in relativ kurzer Zeit massiv
ansteigen. Ein Platz am Ufer mit Rückzugsmöglichkeiten ist auf jeden
Fall von Vorteil.
Im Nachhinein stellte sich heraus, dass wir mit
unserem gewählten Campingplatz besonderes Glück hatten. Denn am Morgen
begann es zu regnen und es schaute nicht so aus als würde es bald
wieder aufhören. Da wir den Kindern eine nasse Fahrt ersparen wollten,
überlegten wir die Fahrt schon hier zu beenden. Glücklicherweise
hatten wir unser Camp ca. 10 Gehminuten vom nächsten Ort mit dem
klingenden Namen San Paolo aufgestellt. In der 400 Seelen Gemeinde gab
es nur leider kein Autobus (ausser Samstags) und auch kein Taxi, aber
es gab nette Menschen. Und so bot uns ein Mann der aus dem Haus Nr. 18
schaute an, uns nach Dignano zu fahren. Für uns war dies die Rettung
und vor allem die Kinder waren heilfroh, dass wir wieder zu unserem
Auto kamen.
Wir packten dann unsere sieben Sachen und fuhren
nach Peschiera del Garda auf einen Campingplatz, um unsere Zelte zu
trocknen. Den nächsten Tag machten wir eine gemütliche Kanutour zu
viert im Canadier auf dem Gardasee. Bei der Heimfahrt wollten wir noch
kurz am Comersee Abendessen und dann Heim nach Zürich fahren. Da wir
beim Parkieren eine Tafel übersehen hatten, dauerte der Zwischenstopp
aber wesentlich länger als geplant. Dies ist aber eine andere Geschichte...