3 Tage Kajakfahren auf der Ardèche in Frankreich
Mit dem Kajak und Canadier durch den Pont d`Arc auf der Ardeche
Die Ardeche in Frankreich ist ein sehr beliebtes Ziel für alle Kanufahrer und Wassersportler und kann im Hochsommer auch mal völlig überlaufen sein. Wir hatten Glück. Denn im April können die Temperaturen von Wasser und Luft schon sehr angenehm sein und es ist noch eine Weile bis die Hochsaison an der Ardeche beginnt. Die Preise für Appartmenthäuser sind noch sehr günstig und der Service in den Restaurants war ausgezeichnet. Das Essen in Frankreich hat natürlich auch wieder allen sehr gut geschmeckt.
Am ersten Tag fuhren wir mit unseren Kajaks noch einen Abschnitt vor der Schlucht, um uns wieder etwas ans Kajakfahren zu gewöhnen. Vor allem wollten wir wissen wie unsere Kinder drauf sind, denn sie sind doch erst im Alter von 7 bis 12 Jahren und wenn man erst einmal in der Schlucht ist, gibt es kein zurück mehr.
Unsere Kajaktour begannen wir bei der Brücke Pont de Salavas bei Vallon Pont d`Arc und fuhren 12 Kilometer auf der Ardèche bis nach Hameau de Châmes. Der Höhepunkt des Tages war natürlich die Durchfahrt des Pont d`Arc. Dieser bietet eine einmalige Fotokulisse und war mit seinen kleinen Höhlen für die Kinder besonders aufregend.
Es muss allerdings auch erwähnt werden, dass die Strecke zu Beginn mit einer Prallwand für etwas Aufregung bei unseren jüngsten Paddlern sorgte. Die Ardeche ist ingesamt sehr einfach zu Paddeln und hat über weite Strecken kaum Strömung, aber es gibt immer wieder einmal Überraschungen die bei unerfahrenen Kajakfahrern sehr schnell zu einer Kenterung führen können. So konnten wir auch einigen Kajakfahrern zusehen, wie sie ihrem Gepäck hinterher geschwommen sind.
Am zweiten Tag haben wir dann am selben Ort bei Hameau de Châmes wieder eingebootet wo wir am Tag zuvor ausgebootet haben. Hier beginnt die Strecke in der Schlucht der Ardeche die sich ca. 24 km bis nach Sauze bei St. Martin d`Ardèche zieht und praktisch keine Ausstiegsmöglichkeit bietet. Durch zwei Biwackplätze direkt an der Ardeche besteht die Möglichkeit die Strecke auf zwei oder drei Tage aufzuteilen. Dies würde ich auch jedem empfehlen der mit Kindern unterwegs ist oder die Kajaktour auch noch etwas geniessen will. Denn die Strömung ist bei knapp 15m3/sec sehr schwach und es muss aktiv gepaddelt werden, um überhaupt vorwärts zu kommen.
Dennoch hat auch die Strecke von Hameau de Châmes bis zum Bicouac de Gournier wildwassertechnisch kleinere Schwierigkeiten. Einmal war die Durchfahrt einer verblockten Stelle mit dem Canadier und dem ganzen Gepäck eine Herausforderung für unsere erfahrenste Kanutin und bei einem stark angespühlten Stein mussten gleich 3 Kinder ihre Wildwasser Schwimmkünste unter Beweis stellen. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass es in einer Schlucht immer ratsam ist ein Reservepaddel mitzuführen.
Für unsere Übernachtung haben wir den zweiten Biwackplatz - Bivouac Gournier gewählt. Dieser liegt ziemlich genau in der Hälfte der Gesamtstrecke. Der Parkranger hat dort schon auf uns gewartet und hat uns sehr freundlich empfangen. Nachdem er uns alle Regeln erklärt und uns unseren Zeltplatz gezeigt hatte, konnten wir uns in den bereits aufgestellten Zelten einrichten und unser Abendessen kochen. Der Zeltplatz ist sehr einfach eingerichtet, hat aber alles was man dringend benötigt.
Nach einem ergiebigen Frühstück machten wir uns dann bereit für die dritte und letzte Etappe auf der Ardeche. Gleich am Start war vielleicht die schwierigste Stelle, aber insgesamt war es wahrscheinlich der einfachste aber anstrengendste Abschnitt. Die Strömung wird immer schwächer und teilweise hatten wir auch mit etwas Gegenwind zu kämpfen. Etwa 2 km vor Schluss mussten wir unsere kleinsten Paddler noch etwas ziehen und hatten dann am Ende auch genug vom paddeln. Dennoch würden wir die Tour auf der Ardeche jederzeit nochmals machen.